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Fotografen-Ausgaben Teil 3/3

WAS IHR NICHT ZU BILLIG KAUFEN SOLLTET - Teil 3/3

 

Ausrüstung I Equipment 

 

Wie angekündigt, möchte ich im heutigen, letzten Teil noch einmal 3 weitere Punkte ansprechen, die ich für sehr wichtig finde. Es geht nicht darum, immer und überall das teuerste zu kaufen oder sinnlos Geld auszugeben, aber dort sinnvoll zu investieren, wo es aus meiner Erfahrung nach Sinn macht.

Ich maße mir auch gar nicht an alles zu wissen, ich möchte Euch nur meine ehrlichen Erfahrungen und Gedanken schreiben. Also starten wir los.

 



  • Bildbearbeitungs-Programm 

Bei diesem Punkt werden sich bestimmt bei einigen Lesern Fragen ergeben. „Bildbearbeitungs-Programm? Wieso das denn?“

Nun hier muss ich aus einer leidigen Erfahrung berichten. Ich war früher Benutzer der Apple Software Aperture. In deren Datenbank habe ich zig-tausende Fotos organisiert, verwaltet und die RAW-Entwicklung meiner Bilder gemacht. Und vor ein paar Jahren geschah was? Das Programm wurde eingestellt und durch die Consumer Version Apple Fotos ersetzt. Viele User habe sich beschwert, denn das neue Programm hat leider viele für Profis wichtige Funktionen einfach nicht mehr implementiert.

Was tun? Ich musste zu einem neuen Programm wechseln. ABER natürlich gab es viele Dinge, die leider vom alten System nicht in das neue übernommen werden konnten. Neben unzähligen verlorenen Stunden der Übersiedelung war es natürlich nicht möglich, die RAW-Entwicklung der Bilder direkt zu übernehmen. Das ist bis heute geblieben. Ich konnte nur die fertig bearbeiteten Bilder als TIFF oder JPEG exportieren und dazu das unbearbeitet RAW. Ich ärgere mich noch heute, wenn ich daran denke.


Deswegen mein ehrlicher Tipp: Sucht Euch ein Programm für Eure Bilder-Verwaltung, bei dem die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass es dieses auch noch in vielen Jahren geben wird. Ich habe mich dann für den Branchenführer Adobe Lightroom entschieden. Auch wenn es in vielen Bereichen andere Alternativen mit ihren Vorzügen gibt, glaube und hoffe ich einfach, dass es für die tausenden Kunden weltweit die höchste Chance auf eine Lösung geben wird, sollte die Software nicht mehr weiterentwickelt werden. Außerdem funktioniert es für das Windows und Apple System, was mir zusätzlich noch wichtig war. Zumindest stehen die Chancen der Langlebigkeit des Programmes bzw. dass bei ggf. Absetzung des Programms gute Alternativen gefunden werden, als bei irgendeinem Freeware-Programm, das von wenigen Menschen genutzt wird.
Aber wissen kann man es aber natürlich nie, denn auch Apple Aperture war ein absolutes Profiprogramm und wurde von extrem vielen Profis verwendet. 

 

  • Know-How

Wie angekündigt, möchte ich nun noch zwei Themen ansprechen, bei denen man, meiner Meinung nach, wirklich nicht zu sehr sparen sollte. Das erste ist die Qualität von Know-How, das man sich aneignet. 

Ich habe weit mehr als 50 Bücher zum Thema Fotografie gelesen, bestimmt 1000e Tutorials im Internet konsumiert und mir auch über 100 Videotutorials gekauft. Selbst gebe ich jedes Jahr viele tausende Euros aus, um in unsere interne Weiterbildung zu investieren. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das in Zukunft weniger werden wird. Im Gegenteil - je weiter man selber kommt, desto schwieriger wird es, wirklich, hilfreiche Infos zu bekommen.

Ich möchte gar nicht sagen, dass man immer viel Geld für gutes Wissen ausgeben muss. Überhaupt nicht. Wissen ist in der heutigen Zeit schon oft gratis vorhanden. Im Internet gibt es bestimmt zu jedem Thema schon eine richtige Antwort. Nur leider auch tausende Artikel und Videos mit falschem oder verwirrendes Halbwissen, da jeder sein oft überschätztes Know-How ungefiltert ins Netz stellen kann. Aber selbst in teuren Fachbüchern liest man oft unrichtige Erklärungen oder unsinnige Zusammenhänge. Dasselbe gilt bei Workshops und Seminaren. Manchmal liegt es daran, dass es der Vortragende wohl selbst nicht verstanden hat, oft auch daran, dass die Person das Wissen nur schlecht vermitteln kann. Das kostet Zeit und Geld. Ich halte auch nichts davon, wenn Menschen sagen „das muss man alles nicht verstehen. Manches hat man im Gefühl und den Rest muss man eben ausprobieren.“

Ja, ausprobieren und üben ist sehr wichtig. Aber ein paar Basiskenntnisse muss man schon verstanden haben, um sie auch anwenden zu können. Das hilft ungemein und verhilft einem, schneller und besser zu guten Bildern zu kommen. 

 

Oft ist es auch besser, ein bisschen mehr in das eigene  Wissen  zu investieren, bevor man sich neues Equipment kauft.

Dieser Punkt hängt meiner Meinung nach auch sehr mit meinem letzten Tipp dieser Serie zusammen. Denn wer weniger Zeit verplempert, irgendwo die Informationen mühsam zusammen zu suchen, hat eines mehr:

 

  • Zeit für Kreativität und Spaß

Und genau diese Zeit wird Euch weiterbringen! Vergeudet nicht Stunden und Tage vor dem Computer. Eignet Euch konzentriert Wissen an. Geht hinaus und übt fotografieren. Nur so werdet Ihr stets besser. Und das ist es ja auch, was Ihr möchtet oder? Probiert es aus. Setzt Eurer Kreativität keine Grenzen. Fotografieren kann so viel Spaß machen.

Mein Tipp ist es, sich konzentriert gutes Wissen anzueignen, vernünftiges Equipment zu kaufen und dann einfach los legen. Ich kenne das selbst, wenn man sich zu viele Gedanken macht, ewig grübelt ob A oder B die richtige Entscheidung ist und dass man sich tonnenweise theoretisches Wissen anhäuft. Aber die meisten Fortschritte habe ich immer dann gemacht, wenn ich einfach in das "Tun" gekommen bin! Viel Spaß dabei!


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